CE&TRADE digitalMarkt April 2026

CEplus-Infos im interaktiven CE-ePaper auf www.ce-trade.de 7 April/2026 AKTUELL Ganz kurz Coolblue: Wachstumsrekord 2025 mit einem Umsatz von 307 Millionen Euro in Deutschland. Ein Plus von 30%. Gaming: Laut Player Time sind 53,2 Millionen deutsche Gamer für einen jährlichen CO2-Ausstoß von 3,09 Millionen Tonnen verantwortlich. Handyverbot: Nach einer Umfrage der Postbank sind 56 Prozent der Jugendlichen gegen ein Verbot. Sie argumentieren, Handys sind wichtig für die schnelle Kommunikation mit Familie und Freunden. Second-Life: Unternehmen erneuern ihre IT-Ausstattung regelmäßig, etwa aus Sicherheits- oder Effizienzgründen. Die meisten Unternehmen sorgen dabei dafür, dass ausrangierte IT entweder weiterverwendet oder umweltgerecht verwertet wird. Das ergab eine Umfrage von bitkom. Beko: Der Hausgerätehersteller (Grundig) wurde als einer der besten Arbeitgeber in Europa ausgezeichnet. Telekom: Glasfaserausbau im Minutentakt, 5G gewinnt weiter an Fahrt. Sieben neue Glasfaseranschlüsse pro Minute in 2025. Laut Telekom können inzwischen gut 12,5 Millionen deutsche Haushalte Glasfaseranschlüsse buchen. Sky/Sony: Sky Deutschland hat eine Content-Lizenzpartnerschaft mit Sony Pictures Television in Deutschland, Österreich und der Schweiz vereinbart. Neuer Deal mit Sony Pictures Television (SPT) für Sky und WOW: exklusive Serien und umfassende Film-Bibliothek. Technisat: Das Technologie- und Raumfahrtunternehmen OHB hat das Technisat-Werk in Schöneck im Vogtland übernommen, um jetzt statt Unterhaltungselektronik Satellitenkomponenten herzustellen. Smart Meter: 76 Prozent der Verbraucherinnen und Verbraucher möchten ihren Stromverbrauch so einfach ablesen können wie den Datenverbrauch auf ihrem Handy oder den Spritverbrauch ihres Autos. Dafür können Smart Meter sorgen. Ergebnis einer bitkom-Umfrage. Widerruf-Button ab Juni 2026 Ab 19. Juni 2026 wird für viele online geschlossene B2C-Verträge eine elektronische Widerrufsfunktion verpflichtend: der Widerrufs-Button. Für Händler ist das weniger ein Frontend-Detail als eine neue, standardisierte Erwartung im After-Sales: Widerruf wird sichtbarer, einfacher auslösbar – und muss im Tagesgeschäft zuverlässig funktionieren. „Der Widerrufs-Button klingt erst mal nach einer kleinen Schaltfläche – in der Praxis ist es aber ein kompletter Ablauf, der im Shop sauber funktionieren muss“, sagt Dr. Carsten Föhlisch, Rechtsexperte bei Trusted Shops. „Wer das jetzt angeht, sollte es den Kundinnen und Kunden wirklich leicht machen: gut sichtbar, ohne unnötige Hürden und mit einer Bestätigung, die den Eingang dokumentiert, aber noch keine rechtliche Bewertung vorwegnimmt.“ Checkliste: Worauf Händler bei der Umsetzung achten sollten • Prüfen, wo im Shop tatsächlich B2C-Verträge online geschlossen werden und ein Widerrufsrecht greift – und Verantwortlichkeiten (Legal/Shop/Service) dafür festlegen. • Widerrufsfunktion so bereitstellen, dass sie leicht auffindbar und während der Widerrufsfrist durchgehend verfügbar ist (inkl. Lesbarkeit/Barrierefreiheit). • Den gesetzlich vorgesehenen zweistufigen Ablauf sauber abbilden (Auslösung + Bestätigung). Datenabfrage schlank halten und keine zusätzlichen Hürden einbauen (keine unnötigen Pflichtfelder). • Eingangsbestätigung auf dauerhaftem Datenträger (z. B. E-Mail) korrekt umsetzen und sprachlich als Empfangsnachweis formulieren. • Widerrufsbelehrung und Datenschutzhinweise rechtzeitig aktualisieren und konsistent mit dem Prozess halten. Mit dem Widerrufs-Button steigt die Erwartung, dass der Prozess für Kunden transparent und verlässlich funktioniert. Das ist nicht nur ein Compliance-Thema: Wenn der Widerruf leichter auslösbar ist, werden Reaktionsfähigkeit im Service, eindeutige Zuordnung und konsistente Kommunikation wichtiger. EXPERT-FRÜHJAHRSTAGUNG 2026 expert-Strategie 2030+ Rund 1.200 expertinnen und experten nutzten die Veranstaltung, um sich über Markttrends, strategische Ausrichtung und operative Schwerpunkte auszutauschen. Die hohe Beteiligung von über 80 Prozent der Gesellschafterbetriebe zeigt die Geschlossenheit innerhalb der Verbundgruppe und das gemeinsame Ziel, den stationären Fachhandel nachhaltig zu stärken. Zudem haben knapp 2.000 Besucher an der Veranstaltung teilgenommen. Zum Auftakt sprach Dr. Stefan Müller, Vorstandsvorsitzender der expert SE, über die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und die langfristige Ausrichtung der Verbundgruppe. „Die aktuellen Marktbedingungen fordern uns in besonderem Maße. Gerade deshalb ist es wichtig, dass wir als Kooperation eng zusammenstehen und unsere Ressourcen gezielt einsetzen. Unser Anspruch ist es, nachhaltig Mehrwert für unsere Kunden und unsere Partner zu schaffen“, so Dr. Stefan Müller. Strategie 230+ Im Rahmen der expert-Strategie 2030+ wurden dafür vier zentrale Handlungsfelder für die kommenden Jahre definiert: die Weiterentwicklung der Online-Aktivitäten als sinnvolle Ergänzung des stationären Geschäfts, die gezielte Förderung und Qualifizierung der Fachberater, notwendige interne Veränderungsprozesse zur Effizienzsteigerung sowie die strategische Fokussierung auf starke Partnerschaften. Ziel ist es, die Relevanz bei den richtigen Industrie- und Dienstleistungspartnern weiter zu erhöhen und die Zusammenarbeit noch enger auszurichten und einen klaren Mehrwert für die Kunden zu schaffen. „Nur wenn wir diese Schwerpunkte exakt umsetzen, können wir unseren Gesellschaftern eine verlässliche Perspektive geben und gemeinsam wettbewerbsfähig bleiben“, betonte Dr. Müller. Holger Pöppe, Vertriebsvorstand der expert SE, erläuterte die operativen Konsequenzen für die Standorte: „Die Marktlandschaft verändert sich rasant. Neue Marken – insbesondere aus China – kommen hinzu und erhöhen den Wettbewerbsdruck. Deshalb investieren wir in unsere Zusammenarbeit mit der Industrie, gestalten attraktive Bedingungen und sorgen so dafür, dass unsere Gesellschafterbetriebe direkt von stabilen, planbaren Rahmenbedingungen profitieren.“ Fußball-Weltmeisterschaft In einem Ausblick auf die kommenden Monate wurden außerdem die geplanten Marketingmaßnahmen vorgestellt. Die anstehende Fußball-Weltmeisterschaft im Sommer sowie der fortgesetzte Einsatz von Rudi Völler als expert-Markenbotschafter bieten vielfältige Möglichkeiten für regionale Aktionen und gezielte Vertriebsunterstützung. „Wir stellen unseren Gesellschaftern durchdachte Kampagnenbausteine zur Verfügung, die sich flexibel vor Ort einsetzen lassen“, erklärt Holger Pöppe. „Unser Ziel ist es, Reichweite zu erhöhen, Frequenz zu fördern und die Marke expert emotional erlebbar zu machen.“ Daniela Schreckling, Finanzvorstand der expert SE, ordnete die wirtschaftliche Entwicklung ein: „Das noch laufende Geschäftsjahr ist von einer spürbaren Konsumzurückhaltung geprägt. In diesen ambitionierten Zeiten ist ein aktives Kosten- und Bestandsmanagement von zentraler Bedeutung”, erklärte sie. Für das aktuelle Geschäftsjahr rechnet die expert-Gruppe mit einem Umsatz von knapp über 2 Mrd. Euro, was einem leichten Umsatzrückgang gegenüber dem Vorjahr entspricht, und geht insgesamt von einem leicht positiven Ergebnis aus. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf branchenübergreifender Zusammenarbeit. Im Rahmen der „Kooperation der Kooperationen“ engagiert sich expert zusammen mit Wertgarantie, ElectronicPartner und Euronics unter anderem beim politischen Thema „Recht auf Reparatur“ sowie mit einem erstmals geplanten gemeinsamen Messeauftritt auf der IFA Berlin.

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