10. Jubiläum der EURONICS Summer Convention

Euronics Summer Convention 2022

Nach anstrengenden Vortragsstunden am Abend verdiente Entspannung im Beach Club.

Euronics stimmte Händler und Industrie auf Mallorca auf einen außergewöhnlichen Jahresendspurt ein und gab Antworten auf aktuelle Herausforderungen der Branche.

Zum zehnten Mal hatte Euronics seine Händler zur traditionellen Summer Convention nach Mallorca eingeladen. Gut 850 Händler und über 100 Vertreter der Industrie kamen auf die Sonneninsel. Doch für die Sonne und das angenehm warme Wasser des Mittelmeers blieb nur wenig Zeit, denn der Veranstalter hatte den Teilnehmern einen äußerst strammen Zeitplan verordnet. Die wirklich sehr informativen Vorträge im Stundentakt wurden nur von Kaffeepause und einem schnellen Mittagessen unterbrochen. Es schien als wolle Euronics das Kommunikations-Defizit der verlorenen zwei Corona-Jahre in denen die Convention ausfallen musste, jetzt nachzuholen.

Benedict Kober Euronics
Es schein als sei die Bühne die Heimat von Benedict Kober.

Wie gewohnt führten Benedict Kober, Sprecher des Vorstands der Euronics Deutschland eG, und NDR-Moderatorin Judith Rakers souverän durch das Programm. Es begann mit einem Ausblick auf die IFA 2022, wobei hier Volker Klodwig in seiner Funktion als Vorsitzender des Aufsichtsrats der gfu als Veranstalter der IFA äußerst sparsam mit Informationen war. Verständlich, denn trotz angeblich großem internationalem Industrieinteresse sind aktuell nur etwa 80 Prozent der Ausstellungsfläche vermietet. Man erinnere, in früheren Jahren gab es immer eine deutliche Überbuchung! Aber natürlich betonten Klodwig und Kober unisono wie wichtig für die Händler ein Besuch der IFA in Berlin Anfang September ist. 

Zahlreichen Aussteller präsentierten auf der Euronics Summe Convention den Händler Ihre Geräte.
Über 50 Hersteller zeigten den Händlern in Mallorca ihre Produkte.

Einzelhandels-Zukunft: Die ideale Kombi Lokal und Online

Richtig zur Sache ging es dann beim Vortrag „Einzelhandel in der Zukunft“ von Dr. Kai Hudetz, Geschäftsführer des Instituts für Handelsforschung in Köln. Naheliegend hier zur Eröffnung das überproportionale Wachstum des Online-Handels. Der erreichte über alle Branchen 2021 einen Umsatz von 102,1 Milliarden Euro in Deutschland. In den Corona-Jahren 2020 und 21 mit einem jährlichen Wachstum von jeweils um die 20 %. Signifikant der Anteil zwischen 30 und 40 % von Käufern, die online abwanderten obwohl sie üblicherweise im Einzelhandel einkaufen. Hier ist die Aussage: „An das Online-Shopping habe ich mich spätestens nach Corona gewöhnt. Daher werde ich in Zukunft nicht mehr so oft stationär einkaufen wie vor Corona.“ Im Durchschnitt waren 30 % der Befragten dieser Meinung, bei den 19- bis 29-Jährigen sogar 47 %. Dr. Hudetz erwartet auch für die kommenden Jahre ein weiteres Online-Wachstum mit jährlichen je nach Marktentwicklung zwischen 7,2 und 13,7 Prozent, also 2025 zwischen 120 und 161 Milliarden Euro.

Was machte den Onlinehandel für die Kunden so attraktiv? Es ist erstaunlicherweise nicht die Suche nach dem niedrigen Preis, den Kunden sind viel wichtiger Sicherheit bei der Zahlung, große Auswahl, schneller Lieferung und schneller Service. Alles Leistungen die auch der Hybrid-Einzelhändler mit Ladengeschäft und Online-Auftritt bieten kann!

Welche Auswirkungen hatten die Corona-Einschränkungen auf den stationären Handel? Während der Maskenpflicht registrierten nur 24 % der befragten Händler einen Umsatzrückgang, bei 2G dagegen waren es schon 46 %. Am größten waren die Negativauswirkungen im Innenstadtbereich mit fast 50 % Umsatzeinbuße. Am besten über die Beschränkungszeit kamen Märkte in Gewerbegebieten und Geschäfte in ländlichen Gemeinden, die jeweils nur zu 22 beziehungsweise 26 % Umsatzeinbußen verzeichnen mussten. 

Nicht immer sucht der Online-Käufer den niedrigsten Preis

Auf den allgemeinen Vorwurf, Kunden würden sich stationär beim Handel informieren, um dann online zu kaufen, präsentierte Dr. Hudetz ein interessantes Umfrage-Ergebnis. Heute informiert sich 58 % der Kunden vor einem Kauf intensiv im Internet, kaufen dann aber im stationären Handel. Umgekehrt lassen sich 13,3 % im Handel beraten, um dann Online zu kaufen. Hier könnte die Suche nach dem niedrigsten Preis eine Ursache sein. Die Umfrage zeige durchaus Perspektiven für den Fachhandel ist Dr. Hudetz überzeugt: „Kunden wollen shoppen, sie wollen sich mit kompetenten Beratern austauschen und sie wollen die Geräte anfassen, aber sie wollen auch die Möglichkeit bekommen beispielsweise am späteren Abend sich über Geräte online zu informieren. Daraus ergibt sich für den Handel die Konsequenz, ich muss neben meinem Ladengeschäft auch Online präsent sein und hier vergleichbare Leistungen wie andere Online-Plattformen bietet.“ Dabei erinnert der Kölner Marktforscher daran, dass nur für 35 Prozent der Online-Käufer der niedrigste Preis einen sehr hohen Einfluss auf die Kaufentscheidung hat.

Jochen Mau Euronics
In seinem Vortrag stimmte Euronics-Vorstand Jochen Mauch die Händler auf das Herbstgeschäft ein.

Während das erste Quartal 2022 noch durchaus zufriedenstellend war, nahm ab Mai die Kundenfrequenz deutlich ab, was sich auch bis zum Start der Sommerferien nicht verbesserte. Doch Euronics Vorstand Jochen Mauch wies in Palma darauf hin, man müsse die Zahlen mit dem Jahr 2019 vergleichen, denn 2020 und 2021 seien bedingt durch Corona Ausnahme-Jahre gewesen. Denn vergleichen mit 2019 befände man sich in diesem in etwa auf dem gleichen Umsatzniveau.

Für den Herbst werden erhebliche Preisschlachten erwartet

Welche positiven Auswirkungen die IFA haben wird, ist noch nicht abzusehen, die Preisschlachten im vierten Quartal dagegen schon. Statt einem Black Friday rechnet Jochen Mauch mit einem „Black Month“, also einen ganzen Monat mit sich überschlagenden Sonderangeboten. Danach kommen dann die Angebote zur Fußball-WM und als Top Ende November und im Dezember bis in den Januar die „Weihnachts-Preisgeschenke“. Hier rät der Euronics-Vorstand seinen Mitgliedern zu einem vorsichtigen handeln und zitiert Professor Christian Belz von der Universität St. Gallen. „Die Umsatzmaximierung verliert an Bedeutung. Erfolgsentscheidend ist es, den ‚richtige‘ das heißt: gewinnbringenden Kunden ins Geschäft zu bekommen und zu behalten.“

Für Jochen Mau ist das die einfache Formel 80:20 mit den angestrebten Ergebnis 80 % Kunden, die bereit sind höher zu investieren und nur 20 % Kunden die extrem preisoptimiert einkaufen wollen. Doch wie ist das zu erreichen? Das bedeutet Investition in Kundenbindung und da hat Euronics ein recht gefülltes Ideen-Portfolio für seine Händler zu bieten. Personalisiert Coupon und exklusive Sonderangebot. Spezielle Beilagen in der Euronics-App, hier auch die Speicherung der Kassenbelege. Einladungen zu exklusiven Events und natürlich als Bonus bei einem Kauf kostenlose Lieferung.

Die Euronics-App soll hier besonders hilfreich werde, denn sie bietet eine kostengünstige Kommunikation mit dem Endkunden via Push-Nachrichten. Zudem erhält der Händler persönlich Daten seiner Kunden; ein persönlicher Geburtstagsgruß verstärkt die Verbundenheit mit dem Kunden. 

Kundenbindung, das A und O für langfristigen Erfolg

Für das vierte Quartal erwartet Benedict Kober verstärkte Probleme mit der Chip-Lieferung: „Einer sich weiter verschärfenden Chip-Knappheit eilen wir voraus, indem wir frühzeitig knappe Ware für unsere Händler beschaffen. Das ist ein entscheidender Hebel, um den Abverkauf zu stabilisieren“. Doch auch über die Warensicherung hinaus hat die Verbundgruppenzentrale zahlreiche Maßnahmen getroffen, um ihre Händler zu unterstützen: Neben einer exklusiven Kooperation mit ASWO, durch die die Händler bei der Durchführung von Serviceaufträgen gestärkt werden, wird im Herbst das Kundenbindungsprogramm „nah & da“ eingeführt. Kunden erhalten personalisierte Angebote, können Punkte sammeln, um sie später gegen Prämien einzutauschen, und ihre Einkäufe bei Euronics dokumentieren. Dies zielt alles darauf ab, was aktuell besonders wichtig ist – nämlich genau das, was ohnehin eine der größten Stärken von EURONICS ist: Die Nähe zum Kunden, ihre Bedürfnisse ernst zu nehmen und diese vollumfassend bei der Beratung einzubeziehen.

Erweiterter Euronics Vorstand
Neuer Euronics Vorstand ab 1.9. auf der ESC-Bühne mit Aufsichtsratsvorsitzendem Dirk Wittmer und Moderatorin Judith Rakers. (v.l.n.r.): Carsten Koch, Michael Rook, Dirk Wittmer, Judith Rakers, Benedict Kober, Jochen Mauch.

Um die wachsenden Aufgaben noch optimale zu lösen hat Euronics den Vorstand der Gruppe erweitert. Ab September verstärken Michael Rook, Handelsspezialist und einer der besten Strategen der Branche, sowie Jochen Mauch, maßgeblicher Architekt der Euronics Digitalisierungsstrategie, das derzeit bestehende Vorstandsteam. Auch der Geschäftsbereich „Erneuerbare Energien“ soll konsequent ausgebaut werden. Um ein breites Publikum auf dieses Thema aufmerksam zu machen, startet die Verbundgruppe mit ihrem Euronics Tiny House in diesem Sommer auf große Roadshow quer durch Deutschland. Mit dem mobilen Showroom macht Euronics für Endkunden hautnah erlebbar, wie smartes und nachhaltiges Wohnen funktionieren kann – auch auf 16 qm Wohnfläche. Das Tiny House wird sowohl bei zahlreichen EURONICS Händlern als auch bei mehreren Branchenmessen Stopps einlegen.