Anton Schalkamp tödlich verunglückt

0

Anton Schalkamp ist am 13. April infolge eines schweren Verkehrsunfalls ums Leben gekommen. 

Der Unfall ereignete sich auf einer Landstraße in unmittelbarer Nähe zu seinem Wohnhaus in westfälischen Westkirchen. Anton Schalkamp wurde 68 Jahre alt.

Anton Schalkamp war in den 70er Jahren ein HiFi-Freak im wirklich besten Sinne. Und er war ein begnadeter Verkäufer. Diese Fähigkeit stellte er schon während seiner Schulzeit bei einem Radiohändler unter Beweis. Beste Voraussetzungen für einen Job bei Bose. Doch da gab es ein nicht zu kleines Hindernis. Über Bose Deutschland kreisten 1977 die Pleitegeier. Das Ende von Bose Deutschland war unter vernünftigen Gesichtspunkten nicht mehr abzuwenden. Doch Toni Schalkamp traute sich die Wende zu und er machte Bose zur umsatzstärksten Landesniederlassung außerhalb der USA. 

Dies erreichte Schalkamp nicht mit Powerpoint und Strategiepapieren, sondern durch unermüdlichem Einsatz beim Handel. Er fand begeisterte Mitstreiter mit denen er den Handel überzeugte, mit Bose könne man Geld verdienen. Mit großer Wahrscheinlichkeit gab es in Deutschland keinen Bose-Händler, den Schalkamp im Laufe der Jahr nicht selbst besucht hatte. Dies gilt im großen Maße auch für Österreich und die Schweiz, nachdem diese Vertriebsaktivitäten unter DACH zusammengefasst den.

Für Anton Schalkamp hatten Kontakt, Betreuung und Freundschaft zu seinen Partnern im Handel eine sehr hohe Priorität. Wenn es bei dem einen oder anderen Händler mal nicht so recht laufen wollte, war Schalkamp zu Stelle um dem Händler zu helfen und mit neuen Ideen wieder zu motivieren.  

Es waren aber auch die Kleinigkeiten, mit denen Schalkamp eine „Bose-Familie“ schuf. Das galt für die Mitarbeiter im Unternehmen ebenso wie für die Partner im Handel. Auch Journalisten waren für Schalkamp Partner, denen er selbst bei schwierigen Fragen immer ehrlich Rede und Antwort stand. Zu dieser Kontaktpflege gehörte auch über Jahre hinweg die Bose Weihnachtskiste. Von Anton Schalkamp in den ersten Jahren sogar selbst geschreinert und mit Weihnachtsstollen und Plätzchen eines befreundeten Bäckers gefüllt.

1996 stand Schalkamp erneut vor einer für Bose existenzbedrohenden Herausforderung. Großvertriebshändler wie Media Markt, Medimax oder Saturn nutzen Geräte von Bose um sich mit Discountpreisen gegenüber ihren Konkurrenten zu profilieren. In mühsamer Abstimmung mit deutsche und EU-Recht entstand der Bose Partner-Vertrag. Er sicherte den Bose-Händler Preisstabilität.

Nach 38 Jahren war die Schalkamp-Aera bei Bose vorbei. Controller in den USA meinen es besser zu können. 

Neben seiner Liebe zur Musik und ausgezeichneter Klangwiedergabe war der Westfale auch mit Leib und Seele Bauer auf dem elterlichen Hof. Den vergrößerte er und konnte sein weiteres Hobby genießen: Trecker fahren und seinen Äcker mit seinem Ungetüm von Fendt bearbeiten.

Aber es zog ihn noch einmal zurück in die HiFi-Welt, zur alten Nobelmarke Studer/Revox. Innerhalb weniger Monate gelang es ihm hier der ins Vergessen geratene Marke, die für Jüngere schon völlig unbekannt war, zu neuen Popularität zu verhelfen. Plötzlich erschienen in Fachzeitschriften wieder Artikel über Revox und neue Produktlinien konnten den Handel begeistern. Anton Schalkamp, der Meister der Motivation, konnte dem schon verstaubten Revox-Image, ebenso wie einst Bose, zu neuem Glanz und Ansehen verhelfen. Anton wir werden Dich vermissen. 

Good bye Anton

Teilen

Über den Autor

Comments are closed.