Test Bowers & Wilkins Bluetooth und Noise Cancelling Kopfhörer PX7

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Neues Kopfhörer-Line-Up von Bowers & Wilkins: P-Serie PX7 für kabellosen Musikgenuss

Auch in der Corona-Krise bescherten Kopfhörer dem Handel ein Umsatzplus von 36,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr und das bei sogar steigenden Durchschnittspreisen. Renner sind Hörer mit Noise Cancelling und Bluetooth. Doch was erwartet der Kunden von einem guten Kopfhörer? 

Vier Kriterien sind für die Kaufentscheidung ausschlaggebend: Tragekomfort, intelligente Geräuschunterdrückung, zuverlässige und stabile Bluetooth-Funktion und natürlich ausgezeichneten Klang.

Bowers & Wilkins PX7 in Spca Gray
Bowers & Wilkins PX7 in Silber

Bowers & Wilkins, die britische Edelmarke für HighEnd-Lautsprecher, hat sein neues Line-Up kabelloser Kopfhörer mit aktive, Noise Cancelling vorgestellt. Die P-Serie besteht aus dem Over-Ear PX7, dem On-Ear PX5 und dem In-Ear Pi3. Wir haben uns das Over-Ear Modell PX7 für einen längeren Zeitraum auf die Ohren gesetzt und die vier Kriterien einer genaueren Prüfung unterzogen.

Tragekomfort: Der beginnt naheliegend bei den verwendeten Materialien und hier haben die Entwickler nicht gespart. Der Bügel besteht aus einer vertrauenserweckenden Fiberglas-Mischung, hier kann eigentlich nicht kaputtgehen. Die Außenseite ist mit einem oder hellgrauen Stoff ummantelt – anhängig davon, welche Farbvariante man wählt. Die Unterseite ist mit feinem, sehr weichem Leder bezogen, das sich auch an den Hörmuschel wiederfindet, die außen ebenfalls mit Stoff bezogen sind. Der Hörer selbst wiegt 310 Gramm, die aber nach dem Aufsetzen eigentlich nicht als Gewicht wahrgenommen werden.

Am rechten Hörer befinden sich Schalter für Bluetooth, Lautstärke und eine Pause-Taste. Außerdem USB-Ladebuchse und eine Aux-In 3,5 mm Buchse. Mit einer Taste an der linken Hörmuschel kann die Intensität der Geräuschunterdrückung in den Stufen High, Low und Auto gewählt werden. Alle Bedienelemente sind im Tragezustand sehr gut zu erreichen und man hat sich schnell an ihre Positionen gewöhnt. In beiden Höhrern befinden sich mehrere Mikrofon um Außengeräsche und den Ton innerhalb der Hörmuscheln zu kontrollieren.

Soviel zur Technik, aber wie steht um den Tragekomfort? Die Innenpolsterung des Bügels besteht aus weichem Leder und hat eine ausreichende Polstertiefe sodass auch bei fehlendem Haarpolster kein störendes Druckgefühl auf der Kopfhaut entsteht. Die Ohren werden von den weichen Polstern komplett umschlossen. Trotzdem üben sie keinen Druck aus. Auch ohne eingeschaltetes NC werden schon jetzt Außengeräusche weitgehend ausgesperrt. Auch nach mehreren Tragestunden, beispielsweise im Zug oder Flugzeug, wird der PX7 noch immer als angenehm empfunden. 

Fazit: Das Kriterium Tragekomfort hat der PX7 sehr gut bestanden.

Die Tasten an den Hörmuscheln erlauben eine intuitive Bedienung

Intelligente Geräuschunterdrückung: Nach dem Einschalten wählt der Hörer automatisch die zuvor gewählte Unterdrückungsstufe und man hört, dass man nichts hört, Außengeräusche werden nahezu komplett eliminiert, nur höhere Tönen werden leise als Hintergrundgeräusch wahrgenommen. Über die linke Taste können drei Modi und off gewählt werden. Wer seine Umwelt noch etwas wahrnehmen möchte verliert mit der Einstellung low nicht den Kontakt. Etwas kniffeliger der Auto-Modus, denn der reagiert auf sich stärker verändernde Außengeräusche, dies aber mit einer gewissen Verzögerung und dann ist die automatische Anpassung der Unterdrückung akustisch deutlich wahrnehmbar

Bei der Bedienung des NC hat sich Bowers & Wilkins einiges einfallen lassen. So sagt eine Stimme beim NC-Wechsel welcher Modus gerade gewählt wurde. Zudem gibt es für iOS und Android eine praktische App mit der sich NC-Funktion gezielter einstellen lassen. So können auch hier die Modi eingestellt werden, zusätzlich aber auch inwieweit bei der Einstellung Auto Umgebungsgeräusche beeinflusst werden. Praktisch im Straßenverkehr, denn den sollte man ja noch wahrnehmen können. Und wer sich total entspannen will, kann sich vom Smartphone sechs Klanglandschaften inklusive der Unterdrückung von Außengeräuschen einspielen Lassen; beispielsweise ein Rauschen im Wald, einen Wasserfall oder leichtes Regengeplätscher.

Der Grad der Geräuschunterdrückung kann individuell eingestellt werden. Beispielsweise wie laut Umgebung- geräusche wahrnehmbar sein sollen.
Hier kann die Quelle gewählt werden. Beim Wechsel muss die vorherige Quelle abgeschaltet werden.
Wer keine Musik hören will, kann sich bei Naturgeräuschen entspannen. Beispielsweise beim Fliegen, wenn man schlafen will.

Fazit: Noise Cancelling beherrscht der PX7 sehr gut. In der Einstellung Auto sind die Sprünge manchmal etwas überraschend, doch das lässt sich mit der entsprechenden Einstellung der Umweltgeräusche in der App individuell anpassen.

Bluetooth-Funktion: Bowers & Wilkins hat dem PX7 Qualcomms neuesten Bluetooth-Standard aptX-Adaptiv spendiert, der vereint die bisherigen Standards aptX-HD und aptX-LL. Damit ist eine höhere Bitrate bei der Übertragung möglich und die Synchronisation von Video- und Audiosignalen soll nahezu keine Latenz, also Verzögerung, zeigen.

Die Einschalttaste aktiviert die Bluetooth-Funktion und die freundliche Stimme bestätigt „ready to connect“. Dann dauert es wenige Sekunden bist sie mit „connected“ die Verbindung bestätigt. Zudem speichert die App die bisher verbundenen Quellen, man kann also ganz einfach die gewünschte Quelle auswählen. Das ist auch wichtig, wenn mehrere Bluetooth-Quellen parallel in räumlicher Nähe aktiv sind, da man Kopfhörer die Quellen nicht auswählen kann. Der Wechsel erfolgt in der App einfach durch ausschalten der nicht gewünschten Quelle und Wahl eines anderen Bluetooth-Signals.

Fazit: Bower & Wilkins Bluetooth arbeitet ausgezeichnet und bietet mit seiner App einen sehr hohen Bedienungskomfort.

Der Klang: Das ist etwas kniffelig, denn bei einer Klangbeurteilung kommt es ja auf die Quelle an. Ob hier der komprimierte Sound aus einem Smartphone wirklich ein Urteil zulässt, ist wohl eher fraglich. Wir haben als Zuspieler einen Blue-ray-Player von Panasonic, einen Susano-Verstärker von Pionier und den Sennheiser Bluetooth-Transmitter gewählt. 

Die Musikwiedergabe bei dieser HighEnd-Kombination als Zuspieler ist ganz einfach gesagt sehr gut. Nahezu extrem die Tieftonwiedergabe, die nahezu bis 20Hz reicht. Die Grundtendenz des Klangs könnte man als warm abgestimmt bezeichnen. Foo Fighters, bekannt für ihren harten Rock, kommen richtig gut rüber – im typischen „britischen Sound“, wie man ihn auch von den Lautsprechen von Bowers & Wilkins kennt. Rod Steward mit dem Royal Philharmonic Orchestra entwickeln sich zu einem akustischen Leckerbissen. 

Zugegeben, Klassik ist nicht jedermanns Sache, aber sie stellt mit ihren „analogen“ Instrumenten die höchsten Anforderungen an Lautsprecher und Kopfhörer. Doch auch diese Aufgabe besteht der PX7 mit beispielsweise einer Einspielung der Ouvertüre 1812 von Tchaikovsky der Berliner Philharmoniker unter Herbert von Karajan mit Bravour. Allerhöchste Anforderungen für einen Kopfhörer ist ein Klavierkonzert, zum Beispiel Beethovens Klavierkonzert Nr. 1 mit Wilhelm Kempff und den Berliner Philharmonikern. An sich schon eine Herausforderung an jeder Lautsprecher, doch auch der PC7 kommt bei den harten Anschlägen nicht ins zittern.

Großes Kino, diesmal nicht beim Bild sondern beim Sound liefert der PX7 ebenfalls. Beim Video USS Indianapolis auf Prime fühlt man sich schon nach kurzer Zeit akustisch an Bord des Kriegsschiffen und des feindlichen U-Boots und das Schlachtengetümmel der Serie Vikings scheint man unmittelbar zu erleben.

Fazit: Das Hörerlebnis mit dem Bowers & Wilkins PX7 ist ungemein beeindruckend. Die Klangreproduktion ist absolut als Spitzenklasse einzustufen.

Lieferumfang und Kritikpunkte

Geliefert wird der PX7 in einem kleinen Hartschalen-Case, zusammen mit einem USB-C Ladekabel und einem Stereo-Klinkenkabel. Ein einseitiger Start-Guide ersetzt die Bedienungsanleitung. Die kann man sich bei B&W herunterladen. Sie ist dann in Englisch, aber das ist ja heute die gängige Technik-Sprache.
Bei einem UVP von satten 399 Euro hätte man auch ein Netzteil spendieren können, Platz wäre im Case noch vorhanden.  Und das mit dem Akku ist auch einer Nachfrage wert. Eine Betriebszeit von mehr als 30 Stunden, auch bei NC „high“ ist bei mittlerer Lautstärke durchaus möglich. Doch wie steht es um die Lebenszeit des Akkus? Ist er austauschbar? Wer macht das? Denn aus den Erfahrungen mit dem Smartphone haben Akkus nun mal eine begrenzte Lebenserwartung. Doch man sollte davon ausgehen, dass ein HighEnd-Kopfhörer länger genutzt werden kann, als die kurze Lebensdauer eines Akkus. Denn der wird immer gebraucht, da der PX7 mit der Aux-Verbindung nicht als passiver Kopfhörer genutzt werden kann.

Mehr über Bowers & Wilkins Kopfhöre

Hier ein Video des Kollegen Damir France, der sich auch intensiv mit dem Bowers & Tolkiens Kopfhörer PX7 beschäftigt hat.

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