HEMIX 2019: CE-Marktzahlen für die ersten 9 Monate 2019.

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Laut HEMIX ist die klassische Unterhaltungselektronik in den ersten drei Quartalen 2019 in nahezu allen Produktbereichen in den roten Zahlen.

Man hatte es erwartet, aber es kam noch schlimmer. Gegenüber den ersten drei Quartalen des Vorjahres musste die klassische Unterhaltungselektronik deutlich Federn lassen. Ein Einbruch um fast zehn Prozent beim TV-Umsatz, gepaart mit einem Preisrutsch von über sechs Prozent beim Durchschnitt hat den Handel schwer getroffen. Aber auch die Industrie kann mit einem Rückgang der Stückzahlen um 3,6 Prozent keinesfalls zufrieden sein. Wir haben bei TV eine Sättigung erreicht und befinden uns in einem Markt des Ersatzkaufs. Das aber mit einem kleinen Vorteil: Wurden früher Röhrengeräte benutzt, auch wenn das Bild nahezu unsichtbar war, so haben sich heute die Lebenszyklen der LCD-Geräte auf sieben bis acht Jahre verkürzt.

Totalausfall bei Home-Audio

Die Bild- und Tonqualität der TV-Programme wird immer besser. Das gilt ganz besonders für Streaming-Programme wie Netflix, Prime und Sky. Doch es scheint, als wollten die TV-Zuschauer auf diese Ton-Qualitäten verzichten. Surround-Systeme, von der GfK in der Rubrik Home Cinema aufgelistet, haben sich beim Umsatz und bei den Stückzahlen gegenüber dem Vorjahr halbiert. Der Grund ist ganz einfach: Soundbars sind billiger und einfacher zu installieren. Warum 1.000 Euro und mehr für fünf Lautsprecher ausgeben, wenn es für ein paar Hunderter eine Soundbar, machmal sogar mit Subwoofer, gibt?

Aber es gibt noch immer Kunden, die guten Klang zu schätzen wissen. Traditionelle Audio-Systeme konnten sich recht gut behaupten. Einzelkomponenten dagegen mussten erneut Federn lassen. Erstaunlich der deutliche Rückgang bei Connected Audio. Die Lautsprecher-Ergänzung für das Smartphone hat an Attraktivität verloren. Dauergewinner dieser Entwicklung sind Kopfhörer. Hier steigen seit vielen Monaten Stückzahlen, Preise und damit auch der Umsatz

So steht in der Bilanz für Unterhaltungselektronik in den ersten neun Monaten dieses Jahres ein Verlust von 374 Millionen Euro. Ob das umsatzstarke 4. Quartal dies noch etwas verbessern wird, ist eher fraglich. Denn das Preis-Chaos rund um und am Black Friday wird auch die letzten kümmerlichen Margen vernichten.

Digitales im Plus, Smartphones auf rasanter Talfahrt

Smartphones waren die Umsatzträger der vergangenen Jahre. Zweistellige Zuwachsraten bei Stückzahlen und Umsatz waren an der Tagesordnung. Damit scheint Schluss zu sein. Die Bilanz für die ersten drei Quartale 2019 ist ernüchternd. Bei den Stückzahlen ein Minus von 17,7 Prozent und beim Umsatz sogar minus 23 Prozent. Noch signifikanter aber ist das Absinken des Durchschnittspreises um sieben Prozent. Nicht nur der Nutzungszeitraum scheint sich deutlich auszuweiten, auch dem Wunsch der Industrie angeblich höherwertige Phones zu exorbitanten Preis zu verkaufen, sind die Kunden nicht gefolgt. Mittelklasse ist angesagt.

Überaus erfreulich dagegen ist das Geschäft mit Digitalem. War es hier in den vergangenen Jahren sehr ruhig, haben sich jetzt Stückzahlen, Preise und Umsatz erfreulich verbessert. Tablets, die bisher die an sie gestellten Erwartungen nicht erfüllten, erleben einen deutlichen Aufschwung.

Parallel zum wieder erstarkten PC-Geschäft entwickelt sich auch der Bereich Monitore schon seit Längerem durchaus erfreulich. Große Bildschirme, bei Gamern natürlich curved, sind heute die Verkaufsschlager. Deutlich weniger Spaß dagegen macht das Geschäft mit Aufnahmemedien. Hier gab es nur Verluste. Die steigenden Stückzahlen bei USB-Stick wurden vom deutlich höheren Preisverfall aufgefressen. Einzig der Bereich HD-Aufzeichnung für das private Videoarchiv konnte ein deutliches Plus verzeichnen.

So schließt die Informationstechnologie mit einem Plus von 2,1 Prozent ab, was den Verlust aus der Unterhaltungselektronik etwas ausgleichen kann. Trotzdem, die ersten neun Monate waren für Handel und Industrie ein Verlustgeschäft, es fehlten 616 Millionen Euro in der Kasse.

Weitaus erfreulicher die Geschäfte bei Weißer Ware. Elektrokleingeräte mit einem Plus von sieben Prozent beim Umsatz und Großgeräte, die Anfang des Jahres eine Schwächeperiode hatten, konnten mit einem Umsatzplus von 2,1 Prozent abschließen.

Dies brachten gfu und Gfk zu dem Resümee “Der Home Electronics Markt lag in den ersten neun Monaten 2019 leicht unter dem Vorjahres-Niveau”. Das aber ist nur ein Teil der Geschichte. In den für die Existenz des Handels wichtigen Produktbereichen – abgesehen von Weißer Ware – war die Umsatzentwicklung dramatisch und für viele Fachhändler eine Talfahrt in die roten Zahlen.

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