Nikon in der Krise: Kameras nach Riesen-Verlust eingestellt

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Erst hat Nikon sie lange verzögert und schließlich komplett eingestellt: Die drei Kameras der ursprünglich für Mai/Juni 2016 angekündigten DL-Serie werden nicht auf den Markt kommen. Die Modelle sollten in dem Segment der Premium-Kompaktkameras unter anderem gegen ähnlich konzipierte Geräte von Sony und Panasonic antreten. Vor allem zwei Gründe dürften für den jetzt verkündeten Rückzug ausschlaggebend sein: Die hohen Verluste, unter denen der Konzern aktuell leidet, hinzu kommen die hohen Entwicklungskosten – Fazit: In dem schrumpfenden Markt wären die neue Nikons nicht profitabel zu vermarkten.

Nikon schreibt hohe Verluste

Nikon verbuchte im vergangenen Vierteljahr einen Verlust von 18,5 Milliarden Yen (153 Mio Euro). Den Ausschlag dafür gaben zusätzlich zu den Kosten des bereits im November angekündigten Abbaus von 1.000 Arbeitsplätzen vor allem die hohen Abschreibungen in der Halbleiter-Sparte. Sie führten zu einer Belastung von knapp 30 Milliarden Yen (248 Mio Euro) in den ersten neun Monaten des noch bis Ende März laufenden Geschäftsjahres.

Nikons Umsatz im Geschäft mit Fotoprodukten brach in dem Ende Dezember abgeschlossenen dritten Geschäftsquartal im Jahresvergleich um 23 Prozent auf 122,5 Milliarden Yen (gut eine Milliarde Euro) ein. Mit der Absage der DL-Serie ist der Konzern noch mehr als bisher auf seine Spiegelreflex-Kameras angewiesen, während seine Systemkamera-Reihe Nikon 1 inzwischen als recht antiquiert gilt.

Die DL-Serie war konzipiert für das obere Preissegment als sogenannte Edelkompakte. Die Kameras – angekündigt auf der CES 2016 – sollten einen 1-Zoll-Chip haben und sich an digitalen Spiegelreflexkameras orientieren.

Die DL24-85 sollte einen Brennweitenbereich von 24 bis 85 Millimeter (KB) mit einer Anfangsblende von f/1.8 bis 2.8 bieten. Der Brennweitenbereich der DL18-50 wäre 18 bis 50 Millimeter (KB) gewesen, Anfangsblende ebenfalls f/1.8 bis 2.8. Einen deutlich größeren Brennweitenbereich hätte die DL24-500 geboten: von 24 bis 500 Millimeter (KB) mit einer Anfangsblende von f/2.8-5.6. Als UVP war bei der DL24-85 von rund 770 Euro die Rede, die DL18-50 sollte rund 960 und die DL24-500 rund 1.050 Euro kosten.

www.nikon.de

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