Datenklau mit Kamera-Apps: Welche Mini-Programme greifen ungefragt persönliche Daten ab – und welche nicht?

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Wie die Stiftung Warentest schreibt (TEST-Ausgabe 10/17), greifen die meisten Kamera-Apps persönliche Daten des Kameranutzers ab, oft geschieht das ohne besonderen Hinweis.

Mal mehr und mal weniger umfangreich. Überprüft wurden von der Stiftung sowohl Android- als auch IOS-Versionen der ansonsten so praktischen Kamera-Apps. Schließlich ist es je nach App-Ausstattung möglich, mit ein paar Klicks Fotos und Videos auf Facebook und Konsorten hochzuladen oder die Kamera per Smartphone aus der Ferne zu bedienen. Aber wie ist das nun mit dem Abfischen intimer Daten?
Im Klartext: Laut Stiftung Warentest erweist sich die auf der photokina 2016 vorgestellte Systemkamera M1 des chinesischen Herstellers YI als regelrechte „Datenschleuder“. Laut TEST überträgt das kompakte YI-Modell ziemlich persönliche Daten des Nutzers, etwa die Gerätekennungen des verbundenen Smartphones, den Mobilfunkanbieter, aber auch Namen und Kennwort der WLAN-Verbindung zwischen Kamera und Smartphone. Die Stiftung kommt zu dem Schluss: „Das ist technisch überflüssig und deshalb besonders seltsam.“ Die YI-App sendet die sensiblen Daten an Server in China, aber auch an Facebook und Google, der M1-Fotograf erfährt nichts von diesem Datenklau, eine Option, die Übertragung zu untersagen oder zumindest  einzuschränken gibt es nicht.
Ebenfalls nicht gut weg kommt die App „PlayMemories Mobile“ – diesmal nicht von einer so gut wie unbekannten Kamerafabrik, sondern von – Sony. Das Mini-Programm sendet den Namen des Telefon-Providers an Sony, das ginge ja noch. Dass jedoch die Standortdaten von Android-Anwendern an Google, die von IOS-Anwendern an Apple geschickt werden, das sollte zumindest im Kleingedruckten von Sony erwähnt werden. Nicht ganz so redselig, sind, laut Stiftung, die Kamera-Apps „Fujifilm Camera Remote“ (Android), Nikon SnapBridge (IOS) und Olympus Image Share, diese Apps verraten lediglich die Geo-Position des Nutzers. Vollständig auf das Abfischen persönlicher Daten verzichten die Kamera-Apps von Canon (Camera Connect), Fujifilm (Camera Remote, Version IOS), Nikon (SnapBridge, Version Android),  Panasonic (Image App) und Ricoh (Image Sync).
Volker Wachs
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